Auch in diesem Jahr versammelten sich am 8. Mai Bürgerinnen und Bürger am sowjetischen Ehrenmal in Groß Köris, um gemeinsam der Befreiung vom Nationalsozialismus im Jahr 1945 zu gedenken. Auch zwei Schulklassen nahmen an der stillen Zeremonie teil – ein wichtiges Zeichen dafür, dass mit der Erinnerung auch Verantwortung für kommende Generationen einhergeht. Eingeladen dazu hatte das Aktionsbündnis Halbe gegen Heldengedenken und Naziaufmärsche.
Baumamtsleiter Herr Kralisch begrüßte an diesem Tag die Teilnehmenden und erinnerte in seiner Ansprache an die Bedeutung dieses Tages. Zu diesem Anlass zitierte er aus der historischen Rede von Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der 1985 zum 40. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Weltkrieges sagte:
„Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.“
Auch Herr Bartsch – Anwohner aus Teupitz – sprach eindrücklich über die letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs. Er schilderte eindrücklich, wie mit dem sowjetischen Großangriff auf die Seelower Höhen am 16. April 1945 der letzte große Vorstoß auf Berlin begann. Nach dem Durchbruch der Front bei Seelow am 19. April begann „der Kriegsverlauf aus allen östlichen Richtungen nach Westen, und in den Kessel von Halbe“, wo Zehntausende Soldaten und Zivilisten ihr Leben verloren.
Das stille Beisammensein an diesem Tag war geprägt von Ernst, Anteilnahme, aber auch von der Hoffnung, dass aus der Erinnerung an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte Mut und Haltung für eine friedliche Zukunft erwachsen. Denn wie Herr Bartsch seine Rede schloss: „Die Toten mahnen für einen dauerhaften Frieden“.